P(o)ur Brel!

50. Vorstellung in der Theaterbar des Thalia-Theaters „Zentrale“

Furioses Theatersolo oder Liederabend: eine Tour de chant wird zum Kammerspiel. Alexander Simon, Protagonist des Thalia-Theaters, verkörpert den flämischen Chansonnier Jacques Brel. Anfang der 70er – fünf Jahre nach seinem Rückzug von der Chansonbühne – sitzt er unwillig in einem Sessel und lässt sich aus über Liebe, Einsamkeit und Tod. Ein innerer Monolog wie der des Peer Gynt am Ende von Ibsens gleichnamigen Schauspiel, immer wieder unterbrochen und kontrastiert von Brels brillanten Bühnenchansons, die der Sänger Merlin und der Pianist Kersten Kenan den Gedanken ihres Protagonisten entgegensetzen. Brel pur – pour Brel!

Seit der Premiere im Oktober 2008 im (damaligen) Nachtasyl des Thalia-Theaters (jetzt: „Zentrale“) haben über 7000 Zuschauer die erfolgreiche Hommage gesehen. Am 12. Februar des neuen Jahres 2011 steht das Triumvirat jetzt zum 50. Mal mit seiner Huldigung an Brel auf der Bühne!

„P(o)ur Brel!“ war 2009 zum Heidelberger Stückemarkt eingeladen und wurde von Radio Bremen im neuen Sendehaus an der Weser ‚live’ mitgeschnitten, gastierte 2010 am Deutschen Theater in Berlin und am Bremer Theater im Neuen Schauspielhaus.

Jacques Brel starb 1978 im Alter von nur 49 Jahren in Paris an den Folgen einer Lungenkrebserkrankung. Mit vierundzwanzig hatte er Frau und Töchter in Brüssel zurückgelassen, um in Paris mit seiner Gitarre sein Glück zu versuchen. Nach fünf harten Jahren gelang ihm 1959 mit Liedern wie „Ne me quitte pas“ und „Quand on n’a que l’amour“ der Durchbruch. Schon 1967 nahm er Abschied von der Chansonbühne, schrieb aber weiter Lieder, nahm Platten auf, spielte ein Musical und drehte Filme. 1975 überquert er nach schwerer Lungenoperation mit seiner Tochter France und seiner Geliebten Maddly den Atlantik im eigenen Segelboot „Askoy“. Er zieht sich auf die Marquisen-Insel Hiva Oa zurück, wo er kocht, seinen Garten bewirtschaftet und an Liedern für seine letzte Platte „Les Marquises“ schreibt. Einmal im Monat lenkt er sein eigenes Flugzeug ‚Jojo’- nach seinem besten Freund benannt – nach Tahiti, um die Post für die ganze Insel zu holen. Alleine die Vorbestellungen für seine letzte Platte liegen bei 1 Million und brechen damit alle damaligen Rekorde. Interpreten wie David Bowie, Marc Almond und Nina Simone interpretieren Brel bis heute.

P(o)ur Brel! Eine Tour de chant wird zum Kammerspiel. Mit Alexander Simon, Merlin & Kersten Kenan. Premiere 2008, Nachtasyl, Thalia-Theater. Idee & Konzept: Merlin. Fassung: Merlin / Simon. Ausstattung: Oliver Helf. 20. + 21. Januar, 12. Februar 2011, 20.30 Uhr, 50. Vorstellung, + 13. Februar, 19.30 Uhr, Thalia Theater Zentrale (ehemals Nachtasyl), Alstertor, 20095 Hamburg. Karten zu 18,- / 8,- € an der Tageskasse des Thalia-Theaters, Tel. 040/ 32 81 44 44, + unter www.thalia-theater.de.

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